Kabel

Auf Grundlage des Telekommunikationsgesetzes (TKG) § 78 haben Sie als Endnutzer unabhängig von Ihrem Wohn- oder Geschäftsort einen Anspruch auf Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz und auf einen funktionalen Zugang zu öffentlich zugänglichen Telefondiensten (Grundversorgung). Diese Grundversorgung erbringt derzeit die Telekom Deutschland GmbH. Gegenüber anderen Anbietern besteht kein Anspruch auf eine Grundversorgung. Als zuständige Regulierungsbehörde dient die Bundesnetzagentur.

Über diese Grundversorgung hinaus gibt es eine Vielzahl an Technologien, die einen Breitbandanschluss (schnellen Transfer großer Datenmengen) ermöglichen.

Unter DSL (ADSL/DSL/VDSL) versteht sich ein „digitaler Teilnehmeranschluss“ der auf Grundlage der einfachen Kupferleitungen des Telefonnetzes das Senden und Empfangen eines „Frequenzbandes“ oberhalb der analogen Sprachtelefonie oder ISDN ermöglicht. Nicht jede Telefonleitung ist DSL-fähig. Ob DSL an einem Standort verfügbar ist, ist abhängig von den örtlichen Gegebenheiten (u.a. Teilnehmerzahl und Kabeleigenschaften). Angebote für DSL per Telefonkabel:

Die Internet-Verbindung über TV-Kabel (Koaxialkabel) kann über ein Kabelmodem (mit rückkanalfähigem Hausverstärker) hergestellt werden. Die notwendige Aufrüstung der Hausinstallation und die Installation des Modems erfolgt häufig kostenfrei durch einen Techniker vor Ort beim Kunden. Hier sind insbesondere die (kommunalen) Wohnungsgesellschaften gefragt, ihre Netze rückkanalfähig zu machen, um ihren Mietern einen Breitbandzugang bieten zu können. Angebote der überregionalen Anbieter für Internet per TV-Kabel:

Als Glasfaserkabel werden Glasfaserkabelanschlüsse (FTTH/FTTB/FTTC/FTTN) bezeichnet. Diese Lichtwellenleiter ermöglichen ein echtes Hochgeschwindigkeitsnetz mit über 100 M/Bits. Die Anbindung durch Glasfaser ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von Mobilfunk, Internet, Telefon sowie HD-TV ─ ohne Qualitätsverluste. Zum Vergleich: Um gleiche Bandbreiten zu erzielen, muss ein Kupferkabel ca. 100-mal dicker als eine einzelne Glasfaser sein. Ob in Ihrer Region Glasfaser verfügbar ist, erfahren Sie bei den Telekommunikationsunternehmen (TKU).

Da Lichtwellenleiter (Glasfasern) nicht frostempfindlich sind, können Sie in geringer Tiefe verlegt werden. Im Gegensatz zum Standartkabeltiefbau wird die Nutzung der Gehwege, Fahrbahnen und Oberflächen nur gering eingeschränkt. Damit stehen innovative, preisgünstige und schnelle Methoden zur Verfügung, die einen kleinstmöglichen Eingriff in vorhandene Verkehrs- und Oberflächen gewährleisten.

Kabelpflug-Verfahren haben sich bei der Leitungs- und Rohrverlegung z. B. zwischen Ortschaften bewährt. Eine Zugmaschine schafft mit einem Pflugschwert eine Furche, in welche die Leerrohre bzw. Kabel verlegt werden. Der Aushub wird wieder eingebracht und verdichtet. Der Baustellen- und Absperraufwand bleibt vergleichsweise gering (Bsp. Frank Föckersperger GmbH).

Spülverfahren werden häufig bei der Kreuzung von Hindernissen wie bei Gebäuden- und Flussunterquerungen eingesetzt. Mittels eines steuerbaren Bohrkopfes wird durch Rotations-, Hub- und Stoßbewegungen sowie Flüssigkeitseinspülung ein erdverlegbares Kabel eingeführt. (Bsp. Prime Drilling GmbH).

Bohrpressung (auch Erdrakete genannt) eignet sich besonders für kurze Querungen (mit größerem Durchmesser). Hierbei wird ein ungesteuertes Stahlrohr (pneumatischer Verdrängungshammer) durch den Boden getrieben und das Erdreich über eine Förderschnecke im Inneren des Rohrs nach außen befördert (Bsp. Max Wild GmbH).

Trenching ist ein innovativer Weg zur Verlegung von Lichtwellenleitern z. B. direkt hinter dem Bordstein (Curb-Trenching). Zunächst wird ein Schlitz von 2-30 cm Breite gefräst, die Tiefe beträgt je nach Anzahl der zu verlegenden Leitungen max. 30 cm. In den Frässchlitz werden (vertikal aneinandergereihte) Leerrohre eingelegt. Durch Kleinschächte erfolgt die Versorgung der einzelnen Anwesen. Der Frässchlitz wird abschließend mit einem Spezialmörtel beständig verfüllt (Bsp. SWARCO GmbH).

Bestehende Leitungswege bieten umfangreiche Potenziale. Diese können genutzt werden, um „Inliner“ in Gas-, Trink- oder Abwasserleitungen einzubringen oder bestehende Infrastruktur wie Freileitungsmasten oder Schienenstrecken zu nutzen - siehe DigiNetz-Gesetz- (Bsp. IKT gGmbH).

Alternative Verlegemethoden halbieren vielfach die Kostenmodelle, in denen mit einer klassischen offenen Bauweise gerechnet wird. Downloads Bund_BMVI 2018_Verlegetechniken in geringer Tiefe.